Teckentrup-Türen im neuen Krankenhaus Gütersloh (09/05/2007 09:49:10 AM)

Krankenhausplanung: Was bei Tür und Tor zu beachten ist
Sperrige Betten, hektisches Personal, mühsam gehende Patienten: Krankenhausflure müssen viel Platz bieten, die Durchgänge zuverlässig und automatisch öffnen. Nicht-öffentliche Zonen fordern andere Eigenschaften von Türen, z. B. Zugangsschutz oder besonders hygienische Lösungen für die Küche. Bei vielen Durchgängen kommt Brand- und Rauchschutz hinzu. Ein Beispiel ist das neue Bettenhaus des Klinikums in Gütersloh.

Ein Krankenhaus ist ein ideales Beispiel für die breite Einsatz-Palette moderner Türen-Technik. Das zeigt das neue "Bettenhaus Süd" des Klinikums Gütersloh. "Bei einigen Türen haben wir z.B. den neuen Pushbar eingesetzt - als Platz sparende Alternative zu Stangengriffen", weiß Peter Bergmann, technischer Berater von Teckentrup (Verl) und für die Türen im Neubau verantwortlich.

Der nicht mehr zeitgemäße Altbau wurde jetzt durch ein neues viergeschossiges Bettenhaus ersetzt. Es schließt sich an den bestehenden Gebäudekomplex an. Die Bauzeit betrug zwei Jahre, die Kosten beliefen sich auf rund 22 Millionen Euro.

Die Obergeschosse bieten Platz für jeweils 42 Betten. Patienten, Besucher, Ärzte und Personal finden helle und freundliche Aufenthalts- und Funktionsräume vor. Öffentliche und nichtöffentliche Verkehrswege verlaufen voneinander getrennt. Das Erdgeschoss beherbergt u.a. die Zentralküche mit einer Kapazität von 2.600 Essen pro Mahlzeit. Sie beliefert auch externe Empfänger.

In dem komplexen Bau wurde eine breite Vielfalt an Funktionstüren eingesetzt: Rund 140 Rohrprofil- und Stahlblechtüren, außerdem konventionelle Zimmertüren und zwei Sektionaltore. Der Auftragswert für die Metall-Bauelemente beträgt rund 450.000 Euro

Von Tür zu Tür: Ein Rundgang
Im Keller befinden sich die Archiv- und Technikräume. Hier stand Funktionalität an erster Stelle. Deshalb wurde die Türen hier nicht zusätzlich lackiert, sondern die Grundierung des Herstellers beibehalten. T 30- Feuerschutztüren aus Stahl sichern die Räume im Brandfall und sind zusätzlich rauchdicht. An der Technik wurde also nicht gespart: Gerade bei Räumen mit hoher Brandlast ist der zuverlässige Feuerschutz ein Muss. Zusätzlich wurden für den alltäglichen Gebrauch Feststellanlagen eingesetzt. Diese halten die Türen durch Haftmagnete auf und sorgen im Brandfall für die automatische Schließung.
 

Funktional: Die breite Brandschutztür mit Feststellanlagen sichert das Archiv im Untergeschoss.


Zutritt für Unbefugte verboten – aber Fluchtweg: Diese Tür ist mit einem Fluchtweg-Terminal gesichert, das nur mit einem Schlüssel das Öffnen gestattet. Im Notfall lässt sich die alarm-gesicherte Tür durch Einschlagen des Schutzkastens öffnen.

Fotos: Teckentrup
 
Türen zu Mitarbeiter-Bereichen sind besonders gesichert. Die anspruchvollste Lösung ist dort zu finden, wo der Personal-Trakt auch Fluchtweg ist: Hier darf im Normalfall kein Unbefugter hinein, bei einer Katastrophe muss der Durchgang aber jedem sofort möglich sein. Zum Beispiel die Verbindung vom Treppenhaus in die Zentralküche. "Hier setzen wir eine Zugangskontrolle mit dem Fluchtweg-Terminal ein", sagt Bergmann. "Scharf" ist die Tür verschlossen und nur durch Schlüssel oder Chipkarte zu entsperren. Im Notfall kann eine Scheibe am Terminal eingeschlagen werden, die Scharfstellung unterbrochen und die Tür geöffnet werden, das löst jedoch auch sofort Alarm aus.

In den Hauptfluren des Neubaus wurden in erster Linie Rauchschutztüren verarbeitet. "Patienten und Personal erhalten im Ernstfall den notwendigen Schutz. Optisch fügen sich die filigranen Rohrprofiltüren harmonisch in den Bau ein", versichert Architekt Beckmann. Sensoren an der Flurdecke erkennen Bewegungen vor der Tür und geben das Signal zum automatischen Öffnen. Weitere Radarmelder an den Türflügeln überwachen während des Öffnungs- und Schließvorganges den Schwenkbereich. "Sollte jemand genau im Türbereich stürzen und sich nicht mehr bewegen, erkennen sie das Hindernis und die Tür stoppt."
 
Platz gespart, Verhaken ausgeschlossen: Pushbars als Türdrücker
 
Im Panikfall müssen Türen leicht zu öffnen sein. Dazu werden zur Betätigung spezielle, leichtgängige Bedienelemente eingesetzt. Bei vielen Durchgängen setzte Architekt Beckmann auf die neuen Pushbars. Diese erstrecken sich über die gesamte Türbreite, stehen aber im Gegensatz zu den sonst üblichen Stangengriffen rund ein Drittel weniger in den Raum. "Diese Technik ist bereits nach der aktuellen EN 1125 für Fluchtwege zugelassen", sagt Peter Bergmann. So bleibt im Flur mehr lichte Breite und durch die kompakte Bauform kann sich auch nichts am "Türdrücker" verhaken.
 
Bei den Rauchschutztüren kamen absenkbare Bodendichtung zum Einsatz: Diese senken sich nur, wenn der Flügel geschlossen ist. Dadurch schleifen sie nicht, wenn der Flügel schwenkt - Verschleiß ist so kein Thema.

Die großflächig verglasten Aufenthaltsräume sind lichtdurchflutet und strahlen eine angenehme Atmosphäre aus. Hier wählte Norbert Beckmann Ganzglas-Elemente mit schmalen Profilen. Die Türen wurden in die Verglasungswände integriert.

An der Anlieferungszone der Zentralküche sorgen Sektionaltore für reibungslosen Ablauf. Beim Öffnen gleiten sie vollständig unter die Raumdecke. Weil die Tore nicht nach vorne schwenken, kann auch der Raum direkt vor dem Tor genutzt werden. In Gütersloh wurde eine ungewöhnlich schmale Variante (Breite 1.67 cm) eingebaut, bei denen Lichtbänder das Tageslicht in den Raum lassen.

Bautafel:

Bettenhaus Städtisches Krankenhaus Gütersloh Bauherr Städt. Kliniken Gütersloh
Standort Reckenberger Straße 19, 33332 Gütersloh
Architekt Arbeitsgemeinschaft Plischke Beckmann (Aachen / Gütersloh)
Kostenca. 22. Mio Euro (Türen und Tore: ca 450.000 Euro)
Bauzeitca. 2 Jahre
Türen und Toreca. 140 Türen, 2 Sektionaltore (Lieferant: Teckentrup GmbH, Verl)
 
 
Weitere Informationen
Teckentrup GmbH & Co. KG
Hauptverwaltung Werk Verl-Sürenheide
Industriestraße 50
33415 Verl-Sürenheide
Tel.: +49 (0) 52 46/5 04-0
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Quelle: pr nord