Glasbeschichtung als Bewegungssensor
Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung (IAP) in Potsdam-Golm und das Fraunhofer- Institut für Rechenarchitektur und Softwaretechnik (FIRST) in Berlin haben einen neuartigen Bewegungssensor zur Unterstützung der herkömmlichen Gebäudesicherung entwickelt. Dabei werden Glasscheiben mit einem fluoreszierenden Material beschichtet. In dieser Beschichtung sind Nanoteilchen enthalten, die UV-Licht in Fluoreszenzstrahlung umwandeln. Diese Strahlung wird zu den Kanten des Fensters geleitet, wo Sensoren sie detektieren. Verändert sich vor der Scheibe etwas, gibt das Fenster einen Warnhinweis an den Sicherheitsdienst.
Das UV-Licht kommt von einer auf die Verglasung gerichteten Lichtquelle. Tritt jemand in das Licht der Lampe – ähnlich wie bei einer Lichtschranke – gelangt weniger Licht auf die Schicht; es entsteht weniger Fluoreszenzstrahlung. Werden an allen vier Seiten des Rahmens mehrere Sensoren angebracht, erlauben die Daten Rückschlüsse darauf, wie schnell und in welche Richtung sich ein Objekt bewegt. Auch die Größe lässt sich über die Sensoren abschätzen: Handelt es sich um ein kleines Wesen wie einen Vogel oder um einen Menschen? Die Schwelle für den Alarm lässt sich einstellen: Etwa so, dass bewegte Objekte in der Größe von Vögeln keinen Alarm auslösen. Ebenso wenig reagieren die Sensoren auf das Licht vorbeifahrender Autos, denn das System kann zwischen der Frequenz der UV-Lampe und der langsamen Änderung eines vorbeiziehenden Scheinwerferlichts unterscheiden.
Noch keine Marktreife
Da die Schicht mittels Air-Brush-Technik auf die Fenster aufgesprüht oder als Folie aufgeklebt werden kann, ist das System nach Angabe der Forscher zudem kostengünstig, die Marktreife hat es noch nicht erreicht.
Quelle: Baunetz Wissen Glas |